Sonntag, 23. August 2026

WEIRD: Die seltsamsten Menschen der Welt erobern, verwandeln, zerstören die Welt

Buchcover, Joseph Henrich, Die seltsamsten Menschen der WeltEine Gruppe Geisteswissenschaftler um den in Harvard lehrenden US-amerikanischen Anthropologen und Psychologen Joseph Henrich prägte in einer einflussreichen Veröffentlichung von 2020 den Begriff WEIRD für westliches Denken. (1,2) WEIRD ist ein englisches Akronym für western (westlich), educated (gebildet), industrialized (industrialisiert), rich (wohlhabend, reich) und democratic (demokratisch) und zugleich ein Wortspiel. „Weird“ bedeutet im Englischen „seltsam“, „sonderbar“ oder „merkwürdig“. 
 
Die Bedeutung und Kontexte von WEIRD betrachtet der Post in 4 Kapiteln: 
1    Auf welche Phänomene verweist WEIRD?
2    Warum wurden westliche Kulturen WEIRD und dominant? 
2.1 Warum hat sich kulturelle Evolution in Zweige mit unterschiedlichen Verhaltensmustern geteilt? 
2.2 Warum geraten WEIRD-Kulturen zunehmend in die Defensive?
2.3 Warum breiten sich in westlichen Kulturen reaktionäre populistische Bewegungen aus? 
3   Wie ist WEIRD aus soziologischer Perspektive einzuordnen? 
  

Donnerstag, 20. August 2026

Friedlosigkeit im öffentlichen sozialen Leben

Adolph von Menzel, Ansprache Friedrichs des Großen an seine Generale vor der Schlacht bei Leuthen 1757

Adolph von Menzel, Ansprache Friedrichs des Großen
an seine Generale vor der Schlacht bei Leuthen 1757

Friedlos
Buchcover Friedlos, Eckart Conze
Am 29.06.2026 stellte der Neuzeithistoriker Eckart Conze in der Fritz Thyssen Stiftung sein jüngstes Buch mit dem Titel „Friedlos. Die Deutschen zwischen Kriegsgewalt und Friedenssuche. Von 1648 bis heute“ vor. Der Besuch der Veranstaltung inspiriert zur Beschäftigung mit der Thematik. 
Das Cover des Buchs zeigt Adolph von Menzels (1815–1905) unvollendetes Historienbild „Ansprache Friedrichs des Großen an seine Generäle vor der Schlacht von Leuthen“. Die Szene des Bilds bezieht sich auf den von 1756 bis 1763 ausgetragenen Siebenjährigen Krieg, der eng verwoben ist mit dem Siebenjährigen Krieg in Nordamerika. Gründe der Unvollendung hat Jürgen Kloosterhuis recherchiert. WELT: Was während der berühmten Rede vor Leuthen geschah.
 
Der Autor dieses Posts versteht das Buchcover als Metapher für Eckart Conzes Auffassung von Geschichte, die komplexe Mischungen von Bedingungen oft nur unvollständig entschlüsseln und erklären kann. Historische Wissenschaft enthält ähnlich wie Adolph von Menzels Bild Leerstellen von Realität. Im Unterschied zu Adolph von Menzel füllen wissenschaftliche Expertise und Fantasie Leerstellen mit spekulativen Erklärungen, die vielleicht plausibel sind und in wissenschaftlicher Methodik als oftmals strittig diskutierte Heuristik gelten. Dieser Post verknüpft von Eckart Conze vorgezeichnete Entwicklungslinien skizzenhaft mit sozialen Prozessen, die maßgebliche Einflüsse auf Gestaltungen weltanschaulicher Ideen, auf das Denken von Menschen und auf soziale Ordnungen politischer Makrostrukturen ausüben.